Bleiberecht für gut integrierte Flüchtlinge

11.08.2018 | Würzburg

 

Landtagspräsidentin Barbara Stamm wusste schon vor deren Veröffentlichung von der Petition des Würzburger Oberbürgermeisters Christian Schuchardt zur Flüchtlingspolitik. Sie habe das „im Vorfeld mit ihm besprochen“, bestätigte die CSU-Politikerin gegenüber dieser Redaktion auf Nachfrage. Der CDU-Politiker Schuchardt hatte gemeinsam mit der Sozialreferentin der Stadt Würzburg, Hülya Düber (parteilos), am Donnerstag gefordert, dass gut integrierte Flüchtlinge auch bei Ablehnung ihres Asylantrags dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen.

Stamm ist für Stichtagsregelung
„Es geht darum, denjenigen Menschen Heimat zu gewähren, die in unseren Städten längst Heimat gefunden haben und dies auf einer gesetzlichen Grundlage“, schreiben Schuchardt und Düber in ihrer Petition an den Landtag. Dessen Präsidentin Stamm unterstützt den Vorstoß. Sie sei schon immer für eine Stichtagsregelung gewesen, wonach Asylbewerber, „die schon länger hier leben, deutsch sprechen, eine Wohnung haben, arbeiten und der Allgemeinheit nicht zur Last fallen“, nicht abgeschoben werden. Wie lange diese Menschen schon in Deutschland leben müssen, darüber müsse man noch miteinander sprechen, so Stamm. Vor allem mittelständische Betriebe, die einen Flüchtling beschäftigen, wollten diese Arbeitskraft nicht verlieren. „Wir müssen da ran“, fordert Stamm: „Ich verstehe nicht, wenn das einige nicht wollen.“ Gerade jetzt, wo weniger Flüchtlinge kämen, seien individuellere Lösungen möglich.
Mainpost Würzburg