Meilensteine für die medizinische- und pflegerische Versorgung

Beschluss des Kabinetts

25.07.2018 | München

 

Die Staatsregierung befasste sich am 24.7.2018 schwerpunktmäßig mit Gesundheit und Pflege. Bayern will bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung überall im Land sicherstellen. Die Menschen in Bayern sollen so lang wie möglich und überall im ganzen Land gesund leben können. Mit dem Förderprogramm für kleinere Krankenhäuser sorgen wir für eine breite medizinische Versorgung insbesondere im ländlichen Raum. Dafür investiert der Freistaat     3 Mrd. Euro in den nächsten Jahren.   Ministerpräsident Dr. Markus Söder erklärt hierzu: „Bayern ist Gesundheitsland. Für die Staatsregierung bedeutet das: Den ländlichen Raum stärken und neue Spitzentechnik. Das heißt: gezielte Strukturförderung zur Zukunftssicherung für kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum, Rekord-Investitionen in den Krankenhausbau, Schaffung neuer Einrichtungen für die Hochleistungsmedizin und gezielte Maßnahmen wie der Hebammen-Bonus.“    Gesagt, getan —Landespflegegeld kommt! „Die Pflege ist eine Frage der sozialen Sicherheit. Mit unserem Landespflegegeld in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr stärken wir die Selbstbestimmung pflegebedürftiger Menschen in Bayern und unterstützen sie schnell und unbürokratisch“, betont Söder. Das Landespflegegeld steht jedem zu, der in Bayern seinen Hauptwohnsitz hat und mindestens von Pflegegrad 2 betroffen ist. Die Auszahlung erfolgt erstmalig im September 2018. „Die Resonanz ist mit bereits mehr als 136.000 Anträgen überwältigend“, so Söder.    Pflegeministerin Melanie Huml stellt zudem heraus: „Mit dem Landespflegegeld bekommen Pflegebedürftige mehr finanziellen Spielraum. Die Pflegebedürftigen können selbst entscheiden, wofür sie das Geld verwenden - und ob sie mit dem Geld zum Beispiel pflegenden Angehörigen oder anderen Menschen, die sie in ihrem Alltag unterstützen, eine finanzielle Anerkennung zukommen lassen."    Für beste medizinische Versorgung im ländlichen Raum sorgen Ziel ist, eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung in allen Regierungsbezirken.  • Verbesserung für Klinken im ländlichen Raum:  Bayern unterstützt die aufgrund des demographischen Wandels nötig gewordene Umstrukturierung der ländlichen Krankenhäuser mit einem Förderprogramm. Wir machen die Versorgungsangebote zukunftsfest. Der Freistaat trägt 85 Prozent der Kosten, die der zuständige Landkreis für die Betriebskostendefizite betroffener Krankenhäuser in den kommenden drei Jahren ausgleichen muss.  • Einführung einer Landarztquote: Bayern hat eine Landarztquote beschlossen, um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu sichern. Künftig sollen bis zu 5 % aller Medizinstudienplätze für Studenten vorgehalten werden, die sich bereit erklären später in unterversorgten Regionen als Hausarzt zu praktizieren.  • Ausbau der Telemedizin:  Wir wollen Zugang zu ärztlicher Betreuung ohne weiten Anfahrtsweg ermöglichen. Gesundheitsministerium und Landesärztekammer gründen gemeinsam ein Fachforum „Online Arzt“. Zudem wird ein Forschungsprojekt „Digitales Dorf—Medizin Digital zur Verbesserung der Versorgung auf dem Land“, kurz MeDiLand ins Leben gerufen. Ziele sind u.a. die Vernetzung von Intensivpflegediensten mit Hausärzten sowie die Entlastung von Ärzten durch Fachangestellte, welche digital direkt mit den Ärzten kommunizieren. 
Die Staatsregierung hat den Startschuss für 26 neue Krankenhausvorhaben in Bayern mit Schwerpunkt im ländlichen Raum gegeben. Die neuen Bauvorhaben verteilen sich auf alle Regierungsbezirke. So wird die qualitativ hochwertige flächendeckende stationäre Versorgung mit leistungsfähigen Kliniken weiter für die Zukunft gesichert.    Offensive für Spitzenmedizin Die Offensive für Spitzenmedizin, die Ministerpräsident Dr. Markus Söder in seiner Regierungserklärung angekündigt hat, nimmt Gestalt an: • Das Bayerische Krebsforschungszentrum soll ab 2019 an den Start gehen. • Mit der Entwicklung des weltweit modernsten digitalen OP-Saals setzt das Deutsche Herzzentrum München einen Meilenstein in der Spitzenmedizin und trägt zur Verbesserung von        Herzoperationen in ganz Bayern bei.  • Das Forschungsinstitut für neue Immun- und Infektionskrankheiten in Regensburg (RCI) soll ein außeruniversitäres Forschungsinstitut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) werden. • Am Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU) in München-Neuherberg soll ein Zentrum für Hochleistungssequenzierung zur besseren Früherkennung und Diagnose von Krankheiten angesiedelt werden.    1.000 € Hebammen-Bonus jährlich Ab 1. September können Hebammen, die in der Geburtshilfe arbeiten, den Hebammen-Bonus von 1.000 Euro pro Jahr beantragen. Er wird ab Oktober jährlich ausgezahlt. „Damit verbessern wir auf unbürokratische Weise die Arbeitsbedingungen für Hebammen und schaffen einen finanziellen Anreiz, sich in der Geburtshilfe zu engagieren. Mir ist wichtig, dass alle Mütter in Bayern die Betreuung durch Hebammen bekommen, die sie brauchen“, so Ministerpräsident Söder.    Parallel geht das Zukunftsprogramm Geburtshilfe an den Start, mit dem Kommunen in Bayern unterstützt werden, die wohnortnahe Geburtshilfe zu erhalten. 
 
Bessere Förderung von Kindern: 
Einführung einer erweiterten Schuleingangsuntersuchung
Derzeit sind in Bayern alle Kinder verpflichtet, im Jahr vor Aufnahme in die 1. Klasse an der Schuleingangsuntersuchung teilzunehmen. Im Mittelpunkt steht bisher die Beurteilung der Schulfähigkeit. Künftig sind Kinder in Bayern ein Jahr früher bei der neu konzipierten Schuleingangsuntersuchung. Ziel der ab 2019 greifenden Reform ist es, mit modernen Testmethoden frühzeitig mögliche Entwicklungsdefizite festzustellen. Kinder mit einem auffälligen Ergebnis beim Entwicklungsscreening werden künftig schulärztlich untersucht und die Eltern ausführlich über mögliche Fördermaßnahmen beraten. 
 Söder dazu: „Wir wollen, dass jedes Kind in Bayern bestmögliche Entwicklungschancen bekommt. Mit der neuen Schuleingangsuntersuchung wollen wir frühzeitig den möglichen Förderbedarf zu erkennen. Damit helfen wir jedem Kind und sorgen zugleich auch für mehr Chancengerechtigkeit.“