Stamm: Sprachliche Zuspitzung vermeiden

28.06.2018 | Bayer. Rundfunk 28.06.2018 | München

 

 
"Asyltourismus", "Anti-Abschiebe-Industrie" – für ihre Wortwahl haben die CSU-Politiker Alexander Dobrindt und Markus Söder heftige Kritik geerntet. Nun ermahnt Landtagspräsidentin Barbara Stamm ihre Partei, die bürgerliche Mitte nicht aus dem Auge zu verlieren. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte Stamm auf die Frage, ob die CSU mit ihrem harten Auftreten im Asylstreit riskiere, bürgerliche Wähler zu verlieren: „Wir müssen darauf achten. Die Gefahr ist vorhanden.“
Stamm: Sprachliche Zuspitzung vermeiden
Weiter sagte Stamm, eine Zuspitzung in der Sprache tue der Gesellschaft mittelfristig nicht gut. Es gelte, Probleme deutlich anzusprechen, auf Zuspitzungen wenn möglich verzichten.
Sicherheit und Humanität gleich wichtig
Stamm betonte, Sicherheit stehe für sie an erster Stelle, genauso wichtig sei aber die Humanität. Mit Blick auf den EU-Gipfel und eine Einigung im Asylstreit in Europa und in der Union sagte Stamm, sie erkenne einen Willen zur Einigung.
"Das kann man sich nur wünschen, nicht nur für Europa, sondern auch für die Union. Das gebe ich zu. Das wäre sonst eine ganz schwierige Situation. Wer meint, das wäre nicht so, der würde auch den Ernst der Stunde nicht erkennen." Landtagspräsidentin Barbara Stamm
Mit Blick auf die Flüchtlingszentren außerhalb Europas, die die CSU schon lange fordert, betonte Stamm, in diesen Lagern sei darauf zu achten, dass Frauen geschützt und Kinder gut versorgt würden.